Die Neuapostolische Kirche Schweiz

Chronik der Neuapostolischen Gemeinde Herzogenbuchsee

Im Jahre 1908 zog Gottfried Maurer, soeben der Schule entwachsen, mit seinem Bruder Jakob auf Arbeitssuche nach Schaffhausen. Dort lernten sie die Neuapostolische Kirche kennen und erkannten in dieser Glaubenslehre den lebendigen und zeitgemäßen Erlösungswillen Gottes. Obwohl sie von vielen vor dieser "verderblichen Sekte" eindringlich gewarnt wurden, fühlten sich die Gebrüder Maurer unter dem Wort der theologisch ungebildeten Menschen geborgen.

1912 kehrte Gottfried Maurer als Gotteskind in seinen Heimatort Herzogenbuchsee zurück. Seinem Turnfreund und Schulkameraden Moritz Bärtschi erzählte er zuerst, was er in Schaffhausen erlebt hatte. Der Same fiel auf einen äußerst fruchtbaren Akkerboden. Als die beiden Freunde rfuhren, daß in Langenthai regelmäßig Gottesdienste gehalten wurden, hängten sie die Turnerei an den Nagel und marschierten allsonntäglich frohen Herzens nach Langenthal. Durch ihr Zeugnis angeregt, begleitete sie eine immer größere Schar auf diesem Weg.

Am 15. August 1915 empfing Moritz Bärtschi, zusammen mit dem Ehepaar Künzli in Oftringen durch den Apostel Bischoff, dem nachmaligen Stammapostel, das Sakrament der Heiligen Versiegelung.

1919 wurde Moritz Bärtschi von Apostel Hölzel ins Priesteramt gesetzt. Sein Freund Gottfried Maurer zog in jenen Tagen nach Burgdorf, wo er weiterhin in großem Segen wirkte. In das Jahr 1919 fällt auch das eigentliche Gründungsdatum der Gemeinde Herzogenbuchsee. Ihr erster Vorsteher, Moritz Bärtschi, diente in der Gemeinde über vierzig Jahre, liebend unterstützt durch seine Frau Mina, geborene Plüss. Mit ihr hatte sich Moritz Weihnachten 1920 vermählt. Sie war die Tochter des Bischofs Hans Plüss aus Zofingen.

Die kleine Gemeinde wuchs ständig. Auch aus den umliegenden Orten kamen Seelen zum Gottesdienst. Selbst aus dem zehn Kilometer entfernten Solothurn kam ein Priester mit dem Fahrrad und brachte fast regelmäßig Gäste mit. 1922 zählte die junge Gemeinde annähernd fünfzig Seelen. Im Jahre 1923 wurde eine neuerbaute Kapelle an der Oberfeldstraße bezogen.

In den zwanziger Jahren wurde von Herzogenbuchsee aus das Zeugnis vom wieder aufgerichteten Apostelamt auch nach Madiswil, Rohrbach und Huttwil getragen und brachte dort Früchte. Der Bezirksälteste Plüss, Sohn des Bischofs Plüss, war inzwischen beruflich nach Langenthal gezogen. Unter seiner Pflege wuchs und gedieh der Bezirk. Weil wegen der besseren Verkehrsverhältnisse die Bedienung der Gemeinden im" Langete-Tal" vom Hauptort Langenthal aus besser möglich war, konnte Priester Bärtschi mit seinen Brüdern davon entlastet werden und sich so den "Buchsibergen" zuwenden; so heißt das liebliche Gebiet, das sich im Hinterland zwischen Thörigen und Riedtwil ausbreitet.

Wie sehr Gott diese Liebesarbeit gesegnet hat, geht auch daraus hervor, daß bei der Gründung der Gemeinde Riedtwil im Jahre 1938 mehr als vierzig Mitglieder aus diesem Gebiet in die junge Gemeinde überwiesen werden konnten. Auch nach Norden richteten die Zeugen ihre Schritte. Das Wirken in Wangen an der Aare und die daraus erwachsende Gemeinde Wiedlisbach sind ein beredtes Zeugnis.

1980 konnte das sehr günstig gelegene Gelände der ehemaligen Gärtnerei Flückiger als Bauplatz erworben werden. Auch darin waren die Segensspuren sichtbar, die das Ehepaar Bärtschi-Plüss unauslöschlich hinterlassen hat. Die Familie Bärtschi-Plüss wohnte in der alten Kirche gegenüber der Gärtnerei Flückiger, deren Inhaber der Neuapostolischen Kirche nicht gerade sehr gut gesonnen waren. Gerade deshalb bemühten sich die Geschwister, durch freundliches Wesen und vorbildlichen Wandel zu zeigen, wes Geistes Kinder sie sind.

Das ist auf die Dauer nicht ohne Auswirkung geblieben und hat dahin geführt, dass die Inhaber der Gärtnerei von sich aus das Gelände zum Kauf angeboten haben, auf dem jetzt die neue Kirche steht. Nachdem am 5. November 1984 der erste Spatenstich erfolgen konnte, ist diese schöne Kirche  nach nur einjähriger Bauzeit fertiggestellt worden. Das Segenswirken der treuen Glaubenspioniere, die hierfür die Voraussetzungen geschaffen haben, ist uns Grund zur Dankbarkeit aber auch Verpflichtung und Ansporn, es ihnen gleichzutun.

Beitrag in "Unsere Familie" zur Einweihung

Einweihungsbericht 15.12.1985
Unterschriften in der Bibel
Kurzchonik 1985-2015